Wie alles begann

Es war einmal…

DSC_00591979 kam ich nach München um zu studieren. Ja und da war ich plötzlich alleine – also ohne Hund! Aufgewachsen bin ich mit Dackeln und wie gesagt, plötzlich war ich hier und nichts mehr um mich rum zum drüberstolpern. Das meine ich jetzt nicht böse, aber damals war das eben so.

Geträumt hat’s mir als Kind schon davon wenn ich dann groß bin einen eigenen Hund zu haben! Nur keinen Dackel sondern ich wollte eine Dogge, eine Harlekindogge – oder besser zwei!

Nun, manche Träume gehen eben nicht in Erfüllung. Kurz und gut, es war klar; Ein Hund muss her!

Eines Tages habe ich dann in der Fußgängerzone einen Traum auf vier Pfoten gesehen! Einen Mischling aus Collie und Dalmatiner – habe ich damals gedacht und das war der Hund den ich haben wollte…

Also ab in’s Tierheim eine arme Kreatur retten. Am liebsten so einen „Mischling“ wie ich ihn zuvor gesehen hatte. Aber, leider war das nicht ganz so einfach … O.k. jeden Tag einen Hund zum Spaziergang abholen aber bitte nur auf vorgegebenen Wegen und auf keinen Fall mit dem Auto mitnehmen und mal in’s Grüne fahren. Das war also auf Dauer nix und dann kam noch dazu, dass das Tierheim generell keine Hunde an Studenten abgegeben hat, weil da die Zukunft des Tieres nicht gesichert sei!!!

 

Ende der Geschichte.

 

Nein, noch nicht! In einem Kinderbuch entdeckte ich ein Bild von meinem vermeintlichen Mischling! Lange Haare, weiß mit schwarzen Tupfen und da stand dabei „ Laverack Setter“ oder „English Setter“. (Das Buch habe ich noch heute)

Das war es, das war genau der Hund, den ich haben wollte! – Das war der Hund, den ich in der Fußgängerzone gesehen habe!

DSC03877Also gut, dann eben keinen Mischling. Tierheim ging sowieso nicht, offensichtlich sollte es ein Rassehund werden. Danach ging die Sucherei los, damals gab’s noch keine Internet somit musste ich mich durchfragen und bekam über eine Freundin die Adresse eines Züchters, der eine English Setter Hündin hatte. Leider war sie gerade zur Ausbildung weg als ich dort war und somit konnte ich mir meinen Traum nicht einmal anschauen. Allerdings lag da gerade ein Wurf mit Irish Settern, niedlich 11 oder 12 Stück und eine Hündin mit Namen „Love“ wäre noch frei gewesen. Ich muss gestehen, wenn meine Mutter nicht gewesen wäre, hätte ich diesen Hund gekauft, aber sie hat mir in’s Gewissen geredet. Sie meinte, dass ich doch so einen Hund eigentlich gar nicht haben wollte, sondern einen English Setter und dass das nur ein Verlegenheitskauf wäre, weil wir bis dahin noch keinen English Setter gefunden hatten. Ja, sie hatte ja so Recht! Also weiter Ausschau halten.

 

So sind also fast fünf Jahre vergangen, ohne eigenen Hund als meine Mutter die Adresse von Herrn Buck von einer Freundin bekam. Er war der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern im Verein für Pointer und Setter und von Ihm bekam ich zwei Adressen von English Setter Züchtern. Einer davon in Essen und der andere in Wilhelmshaven. Der Essener hatte keine Welpen mehr, aber der in Wilhelmshaven!

Nun kommt was kommen muss: Einen Freund in’s Auto gepackt und ab in den hohen Norden – morgens hin, abends heim. Mit Hund natürlich.

 

Mit einem English Setter!

 

„Agatha von Schönhof“

 

Das ist der Anfang der Geschichte. 1984. Agatha hat mein Leben umgekrempelt, sie hat mit mir studiert und einen meiner Professoren so eingewickelt, dass er die Vorlesung immer damit angefangen hat, zuerst den Hund zu begrüßen und dann zu beginnen! Er hatte übrigens, wie ich dann später erfahren habe selber einen English Setter aus Italien.

 

Dann war da noch meine Nachbarin, sie ging immer in der Früh’ mit ihren zwei Gordon Settern bei mir vorbei, Robin und Joscha. Mit der Zeit haben wir uns angefreundet und haben unsere Runden miteinander gezogen. Ronni Stelter hat mich dazu gebracht, meinen Hund auf Prüfungen zu führen und vor allem auch, meinen Hund auszustellen. Irgendwann hat sie mir zum Geburtstag die Anmeldung für eine Hundeausstellung geschenkt und so ging es dann los!

 

Der erste Sieg.

 

Damit war’s um mich geschehen, die Erfolge von Agatha waren unglaublich und es kommt, was kommen muss:

…der Erste. Wurf wurde geplant und so musste nun ein Zwingername gefunden werden, nach langen Überlegungen wurde es dann:

„Windsong A G E“

 

Der Zwinger wurde 1987 ins Leben gerufen, aus meinem ersten Wurf kam Windsong A G E Arno hervor. Er war noch erfolgreicher, als seine Mutter und er hat sich auch in seinen Würfen sehr gut weitervererbt. Nun sind inzwischen 29 Jahre vergangen, in dieser Zeit haben einige English Setter meinen Weg begleitet und ich habe mit meinen Hunden sehr viel erlebt. Schönes, Lustiges und natürlich auch Trauriges.

Leider wollte es das Schicksal lange Jahre nicht, dass ich wieder eine Hündin bekam mit der ich meine Linie aufrecht erhalten kann. Bis ich dann von Dani Lößel meine „Ginger“ bekam, eine Enkelin von meinem Arno! Somit war also die Grundlage gelegt.

 

„Ginger of Merlin Dreams“

 

Mit Ginger hatte ich viele Erfolge, sowohl jagdlich als auch auf Ausstellungen, sie ist ein absolut zuverlässiger Weg Begleiter, auf sie kann ich mich blind verlassen und sie hat ein Gespür das seines Gleichen sucht. Das war also die Grundlage für meinen bisher letzten und vierten Wurf in immerhin fast 30Jahren. Daraus gibt’s jetzt Daisy und Daphne …

 

„Daisy und Daffy“

 

… lassen wir uns überraschen, was aus den „Mädels“ wird …

 

Gabriele Weitl

Windsong A G E english setters